Am 26. März 2026 begrüßte das Otto-Hahn-Gymnasium einen besonderen Gast: Einen wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität Stuttgart, der in der Kursstufe 2 des Leistungsfachs Geographie einen Vortrag zum Thema „Climate Change in Bangladesh – Impacts, Adaptation, and Global Lessons“ hielt. Der Vortrag fand auf Englisch statt und bot unseren Schülerinnen und Schülern fachlich fundierte Einblicke in eines der weltweit am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder.
Bangladesch im Fokus: Ein dicht besiedeltes Land im Klimastress
Bangladesch zählt zu den am dichtesten besiedelten Ländern der Erde und ist geografisch besonders exponiert. Große Flussdeltas, niedrige Höhenlagen und die Nähe zur Küste machen das Land verletzlich gegenüber klimatischen Veränderungen. Der Referent erläuterte, wie steigende Temperaturen, veränderte Monsunmuster und der Meeresspiegelanstieg die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen beeinflussen.
Klimafolgen: Von Dürren bis Hochwasser
Im Zentrum standen die vielfältigen Auswirkungen des Klimawandels:
- Dürren: Längere Trockenperioden, verschobene Regenzeiten und Hitzestress setzen insbesondere die Landwirtschaft unter Druck und gefährden Ernten.
- Hochwasser und Überschwemmungen: Intensivere Monsunregen, Flussüberschwemmungen sowie Sturmfluten bei Zyklonen führen regelmäßig zu Ernteverlusten, Infrastrukturschäden und Binnenmigration.
- Salzwasserintrusion: Der steigende Meeresspiegel dringt in Küstenböden und Grundwasser vor, was Anbauflächen beeinträchtigt und Trinkwasser knapp macht.
- Gesundheits- und Sozialfolgen: Hitzewellen, wassergetragene Krankheiten und wirtschaftliche Einbußen treffen besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen.
Anpassung und Chancen: Wege zu mehr Resilienz
Trotz großer Herausforderungen präsentierte der Vortrag auch Lösungswege, mit denen Bangladesch bereits heute arbeitet: eine Klimarobuste Landwirtschaft mit Salz- und trockenheitstolerante Reissorten, Fruchtwechsel sowie Aquakultur-Reis-Mischsysteme. Und einer angepassten Stadt- und Regionalplanung in Bezug auf ein Schwammstadt-Konzept.
Besonderes Augenmerk legte der Referent darauf, dass Anpassung nicht nur Schutz bedeutet, sondern – klug umgesetzt – auch neue Chancen eröffnet, etwa durch effizientere Bewässerung, diversifizierte Anbausysteme oder innovative Landwirtschaft, die trotz salziger Böden Erträge sichern kann.
Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Wir danken dem Referenten herzlich für den eindrucksvollen Beitrag. Der Vortrag zeigte eindrucksvoll, wie wichtig interdisziplinäres Lernen und der Blick über den Tellerrand sind – gerade im Leistungsfach Geographie.